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Negombo - Sri Lanka - Information

Dezember 2011

24.12.2011

Es Weihnachtet .....

Ein E-Mail an meinen Vater .....

Hallo Pa

Vielen Dank für Eure Weihnachtswünsche.

Hier läuft Weihnachten ein Bisschen anders, wie in Europa. Hier gibt es bei den Katholiken schon einen Weihnachtsbaum, oder Bäumchen.




( unser Bäumchen )

Hier bekommen die Kinder an Weihnachten Dinge, die sie benötigen, wie Kleider und Schuhe, natürlich nicht Addidas, oder Puma.

Aktuell sind wir mit Shanika und Mandira am Kuchen backen und wenn es dann dunkel ist, werden die Kinder bengalische Wunderkerzen und solche Sachen anzünden. Dann ist eine englische Messe und um Mitternacht die berühmte Mitternachtsmesse. Von Schlafen kann also keine Rede sein.

Zum Nachtessen kreire ich ein Käsefondue, was mir nur gelingt, weil ich Grujerekäse bekomme. Die Kinder freuen sich natürlich, denn bis es Käsefondue gibt, muss schon was besonderes los sein.

Dann ist der heutige Tag wirklich etwas ganz Besonderes.

Vijithas Schwester, deren Mann ja seit 2 1/2 Jahren nicht mehr arbeiten kann, da er einen Schlaganfall hatte, die lebt nun ja bei Mamma, mit Ihren Kindern. Der Ihr Mann und der Vater der Kinder, lebt in einem Sanatorium, weil er Pflege braucht. Er kann ja nicht mal mehr selber zur Toilette, da er halbseitig gelähmt ist. Nun ist es bei Mamma wirklich ziemlich eng geworden und die Diskussion lief, dass Mali, also die Schwester von Vijitha, einen eigenen Raum braucht. Nur ist natürlich guter Rat teuer, wenn kein Geld da ist. Wenn alle zusammen helfen, schaukeln wir Mali mit Ihren Kindern grad so durchs Leben.

Die grosse Tochter, meine heimliche Freundin, die geht anstatt zu studieren, nun arbeiten, weil ja dieses Sanatorium Ihres Vaters auch Geld kostet.

( Kaushallia, Duwani )



Ja, so sieht es aus in Sri Lanka, nix mit Geld ausgeben und trallalala .....

Ihre kleine Schwester ist während den Ferien bei uns und so liegt es dann an mir/uns, Ihr zB. neue Schuhe und Kleidung zu kaufen, dass sie an Weihnachten schön aussieht. Wir werden dann für's neue Schuljahr auch noch die neuen Bücher, Hefte und Schreibzeug kaufen gehen.

Leider kann ich es mir nicht leisten, Mandira in eine bessere Schule zu schicken, wo sie auch noch grad Englisch lernen würde. Ich muss zuerst mein Land verkaufen.

Aber .... es ist ja Weihnachten und ich habe heute rund Tausend Franken bekommen, damit Mali Ihren eigenen Raum anfangen kann zu bauen. Das wird die beengten Verhältnisse etwas entspannen. Was meinst Pa, von wem ich das Geld bekommen habe ? Sein Name fängt mit V. an.

So konnte ich wieder etwas bewirken, was mich mit tiefer Dankbarkeit erfüllt. Ich weiss inzwischen schon, warum ich nach Sri Lanka kommen musste und warum ich mit einem Computer umgehen kann.

So wünsche ich Euch beschauliche, schöne und bewegende Weihnachten

F. und Familie

20.12.2011

Zum Jahresende 2011

Ich habe ja Ende des Jahres 2010 schon was zum Jahresende geschrieben und muss sagen, dass ich es nicht geschafft habe, meine guten Vorsätze wirklich umzusetzen.

Ich habe eigentlich erst realisiert, wo ich so die Zeilen von Ende 2010 lese, dass es wieder Einigen gelungen ist, zumindest in meinen Vorgarten reinzukommen und ganz Wenige sind sogar in meinem Wohnzimmer gesessen.

Allerdings habe ich nun ziemlich aufgeräumt, sowohl im Internet, wie aber auch mit persönlichen Kontakten.
Sehr oft zielen solche Kontakte ja nur darauf ab, über andere herzuziehen und sie schlecht zu machen; sehr oft aus purer Langeweile. Sie zielen aber manchmal auch darauf ab, sich einen Vorteil zu sichern, oder zu ergattern.

Durch verschiedene Korrespondenz, konnte ich auch Leute entlarven, die über mich hintenrum reden, oder geredet haben.
Diese Leute sind bei mir ein und aus gegangen und ich habe sie bewirtet, sie haben sich als meine Freunde bezeichnet.

Ja klar, ich bin dünnhäutiger geworden, aber eigentlich nicht gegenüber dem Gastland und seinen Bewohnern, sondern ganz einfach gegen Weisse, oder Ausländer, die meinen, auf die eine, oder andere Art mein Leben beeinflussen zu müssen.

Ok., bei den Einheimischen klappt nicht immer alles, es gibt Probleme mit einer Reparatur, mit der Telecom, mit der Stromversorgung, mit Handwerkern usw., aber wenn mir jemand ans Bein pissen will, oder es auch tut, dann sind es Weisse.

Die kommen her, erwarten einen 5-Stern Service, allerdings zu 1-Stern Preisen.
Am Liebsten sind mir die, wo meinen, hier an allem rumnörgeln zu müssen, dafür aber an allen Preisen rumzuwürgen. Dies mit einer Arroganz, wo ich mich schäme, weiss zu sein. Oft können solche Leute nicht mal Englisch, geschweige denn ein paar Worte einer der beiden Landessprachen Sinhale, oder Tamil.

Ich weiss nun nicht, ob ich dieses Jahr speziell darauf geachtet habe, aber mir fällt auf, dass es immer noch ein paar gegeben hat, die ich auf der Freundesliste streichen musste.

Ich weiss echt nicht, warum das so ist, aber ich mag mich mit solchen Bekannten und deren Geschichten einfach nicht mehr belasten.

Es gibt aber auch 2, 3 normale Weisse hier und ich hoffe, mit denen noch lange befreundet zu sein. Es gibt aber inzwischen auch noch ein paar Einheimische mehr, mit denen ich mal ein Bier süffle.

Ich glaube, so ganz langsam aber sicher, ich bin nun endlich mit beiden Beinen hier angekommen, in der Realität Sri Lankas.

Ich muss eingestehen, dass ich sehr lange dazu gebraucht habe, mir so verschiedene Dinge einzugestehen, auch Dinge über mich selbst.

In dieser, für mich anderen Kultur, habe ich festgestellt, dass ich mich hier zwar
ein Stück weit assimilieren kann, aber ich werde ganz sicher nie ein Einheimischer.
Aus diesem Grund habe ich auch darauf verzichtet, Doppelbürger zu werden, denn ich bin und bleibe Schweizer.

Sie haben hier in Sri Lanka nicht auf mich gewartet, denn Sie haben mich hier ganz sicher nicht gebraucht, es geht auch ohne mich.

Mich braucht es hier dann, wenn es darum geht, für meine Familie zu Sorgen, oder unserer Tochter eine gute Schule zu ermöglichen. Genau genommen braucht es dazu aber nur mein Einkommen. Mich persönlich bräuchte es nicht, es ginge auch ohne mich, solange das Geld fliesst. Das ist hier ganz klar die Rolle, die der Mann im Normalfall eigentlich einnimmt. Da die Wünsche aber immer grösser werden und man es zu was bringen will, reicht das Einkommen des Vaters auch in Sri Lanka nicht mehr immer und so gehen immer mehr auch die Frauen arbeiten.

Meistens ist man ja, ausserhalb der Familie, mit mir nur dann freundlich, weil man zB. ein Geschäft wittert, weil der Sudda was kauft, denn man kennt sich ja gar nicht so wirklich nah und so sind die paar wenigen guten Bekanntschaften sehr wertvoll.
Wertvoll auch darum, weil keiner mit dem protzt, was er hat, sondern weil jeder den andern so leben lässt, wie er eben ist.

Sri Lanka ist im Wandel, es bewegt sich was. Gesellschaftliche Wertvorstellungen verändern sich mit und was bis vor kurzer Zeit noch Gültigkeit hatte, verschwimmt und Regeln und Bestimmungen werden aufgeweicht.

Ich bin nicht gegen Fortschritte, meine aber dass dabei nicht die gesellschaftlichen Werte leiden sollten, die sich bis anhin bewährt haben.

So wünsche ich mir, dass unsere Insel Ihren Charme behalten kann und nicht die westlichen Wertvorstellungen überhand nehmen, die mit der Kultur und der Gesellschaft Sri Lankas nicht wirklich was gemeinsam haben.

Es ist nicht nötig, dass wir hier auf einmal auch so viele Burnout Syndrome zu behandeln haben, wie in Europa.

So wünsche ich ganz in diesem Sinne, schöne und besinnliche Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2012.