Juli 2018

So zum Monatsanfang, gibt es endlich Mal was Neues und Positives zu berichten.. Es gibt in Negombo eine richtige Gelateriea, mit italienischer Eiscréme.
Nicht an der Beach unten, wo es auch Touristen hat .... nein, nein .... Weg vom Tourismus, dort wo sich kaum Touristen hin verirren.
Es ist an der Joseph Street 38. An der selben Strasse ist auch die Telecom zu finden und dort ist auch das Ende des Samstagmarktes. Also Mittendrin, im einheimischen Gewusel.

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Ich kann es kurz machen ..... Bis jetzt ist das die beste Eiscréme, die ich in Sri Lanka bis heute gegessen habe.

2.7.2018

Der heutige Tag ist ein ganz besonderer Tag. Speziall für Shanika, aber natürlich auch für uns Eltern.
Shanika hatte in der Schule die Graduation Feier, zum bestandenen A-Level und zwar nach dem englischen System Edexel.
Das entspricht in Europa der Matura.

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Die Maturandinnen und der Maturand ....

Die traditionelle Öllampe ....

... und natürlich hat jede Maturandin und der Maturand, auch eine Rede gehalten. Shanika natürlich ohne Spickzettel, oder einer Vorlage ....
Ich war platt, denn ich wusste bis gestern nicht, dass Sie so was locker aus dem Ärmel schüttelt.

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Die ganze Lehrerschaft, samt Ehrengäste, haben natürlich gratuliert.

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Mit Principal .....

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.... und noch ein Bild, ohne Robe und Cap .....

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... und auf ein Bild, durften die Eltern auch mit drauf .....

Es war für mich ein ganz besonderer Anlass, der viele Bilder, aus der Vergangenheit wieder hochgebracht hat.
Es gab ja beim Auswandern durchaus auch Stimmen, die uns für verrückt erklärt haben. Speziell auch wegen den Bildungsmöglichkeiten ....
Diese Schwarzmaler kann ich nun beruhigen, denn es ist hier durchaus möglich, gute Bildung zu erhalten, nur kostet diese Bildung im Gegensatz zur Schweiz, auch eine richtige Stange Geld. In der Schweiz bezahle ich dafür Steuern.
Shanika wird ab Oktober eine internationale Universität besuchen und dort Ihren Bachelor machen. Das Ziel ist schlussendlich das Masterdiplom.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und auch die nötige Portion Glück !

22.7.2018

Ich lese grad wieder ein Bisschen in Gerrys Buch " Einbahn ins Paradies ",
wo es um sein Leben geht, das er seit 1994, hier in Sri Lanka durchzieht.

Die ersten etwa 100 Seiten, hatte ich als halber Einheimischer, etwas Mühe, denn ich lese Geschichten, die ich tagtäglich erlebe und die für mich absolut nicht neu sind.
Dazu kommt, dass die Geschichten in der selben Stadt spielen, in der ich lebe. Ich kenne die Orte, die da beschrieben sind und so ist es für mich nicht gleich zu lesen, wie für einen Auswärtigen, oder gar einen Touristen.
Inzwischen bin ich bei etwa Seite 125 angelangt und die Leserei geht etwas flüssiger voran.

gallery/im notfall cake and coffee

Es gibt in Gerrys Buch eine Geschichte, wo er über die Kompetenz der hiesigen Aerzte schreibt, allerdings im Zusammenhang mit Tollwuterkrankungen.

Seit etwa zwei Jahren weiss ich, dass ich Diabetes 2 habe, was aber auch nur meiner Hartnäckigkeit zu verdanken ist.
Ich war bei einem Doctor, wegen einem ganz anderen Krankheitsbild und der hat mir dann grad mal als erstes ein EKG aufgebrummt, weil er dafür 2500 LKR verlangen kann.
Ich wurde dann aber stutzig, denn er sagte mir, dass alles ok. sei und ich mir keine Gedanken zu machen brauche.
Ich weiss allerdings, dass eben nicht alles ok. ist und man bei mir durchaus Abweichungen gefunden hatte. Dies war allerdings noch in der Schweiz. ( Extrasystolen )
So bin ich dann zu einem EKG Speziallisten, um das erste EKG überprüfen zu lassen und dieser Speziallist, hat mich geradeaus zu einem Herzdoctor geschickt.
Der hatte seine ganz grosse Freude an mir und hat mir gleich ein belastetes EKG, eine Ultraschall Untersuchungung und eine Angiografie aufs Auge gedrückt, was mit Übernachtung im Nawaloka Spital in Colombo und den Fahrtspesen immerhin 75'000 LKR ausgemacht hatte. ( dafür drücke ich bei einem Herzspeziallisten, in der Schweiz, noch nicht Mal die Türfalle runter, sofern ich denn überhaupt einen Termin bekommen kann. )


Als ich den Doc 3 Wochen später wieder besuchen wollte, in der Filiale in Negombo, gab es diesen Doctor nicht mehr im Nawaloka Spital.
Immerhin hatte er mir 10 verschiedene Pillen verschrieben und ich habe mich richtig beschissen gefühlt.
Nachdem ich dann zu einem anderen Herzdoc gewechselt hatte, war ich auf einmal bei 5 Pillen unten und nach einem weiteren Doctorwechsel, bei 2 Tabletten. Eine für den Blutdruck und eine für die Blutverdünnung.
Der erneute Doctorwechsel, brachte mich zu einer Doctorin, die anregte, Mal meinen Blutzucker und das Cholesterin zu checken. Die Werte waren beeindruckend und so habe ich mich bei einem Endokrinologen angemeldet, dessen Gebiet das ja unter Anderem ist.
Bei dem Doctor fühle ich mich soweit in guten Händen, eröffnete er mir doch vor 2 Monaten, dass jetzt dann, in 2,3 Monaten, eine neue Pille auf den Mark kommen würde, mit der wir es Mal versuchen sollten, denn ansonsten wüsste er sich nicht anders zu helfen, wie mir Insulin zu verschreiben!


Diese Pillen gibt es bis heute nicht offiziell in Sri Lanka, denn im zuständigen Ministerium, sind die Pillen noch mitten im Bewilligungsverfahren, das wohl ähnlich abläuft, wie wenn hier eine Autobahn, ein neuer Flugplatz, oder gar ein Hafen gebaut wird.

Ich komme nun zum Grund, weshalb ich den Kuchen mit Kaffee abgebildet habe.
Ich habe also die Pille über einen befreundeten Apotheker, direkt aus Indien bekommen, wo sie zwar etwas teurer zu stehen kommt, aber wenigstens lieferbar ist.
Die Verhandlungen waren wohl in Indien weniger kompliziert.

Und so bin ich mit den Pillen wieder zum Doctor und der hat mir dann gesagt, wieviel ich davon zu den bestehenden Pillen nehmen soll.

Nach einer Weile ging es mir immer am Morgen, nach Einnahme der neuen Pille, richtig beschissen. Ich hatte Schwindel, wie wenn ich besoffen wäre und auch sonst fühlte ich mich äusserst bescheiden.
Bis ich selbst einen Blutzucker Test machte. Das Resultat war, dass ich unterzuckert war !
Ich also wieder zum Doctor gerannt, um zu fragen, welche Pille ich denn reduzieren soll.
Vorgängig habe ich mich natürlich im Internet schlau gemacht, was ja die Doctoren nicht so mögen.
So haben wir uns dann geeinigt und ich mache einfach einen Test, wenn es mir wieder komisch wird.
Die Notfallmedizion habe ich drum oben abgebildet. Man beachte auch die Zuckerportion, für den Kaffee.
Was noch fast schneller nützt, aber nicht so romantisch ist, das ist ein Fläschchen Cola auf Ex runterstürzen!

Inzwischen kann ich mit den Pillen relativ gut umgehen und dank meinem Messgerät, weiss ich nun auch, was Bier trinken so ausmacht, wenn man von Diabetes betroffen ist.

 

Inzwischen verstehen wir uns ganz gut, der Doctor und ich. Ich bin nun offenbar sein erster Kunde hier, der die neue Pille aus Deutschland, für Ihn ausprobiert und dies erst noch auf meine eigenen Kosten. 
Spass beiseite .... Ich frage mich in solchen Fällen einfach immer wieder, wie das Urlauber machen, die nach Sri Lanka kommen und noch weniger Englisch beherrschen, wie ich.
Zu Notfällen kann es ja immer Mal kommen .....

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Ich gehe gerne, wie heute Morgen, so früh es eben geht, an die Beach runter, ins Dolce Vita Café-Restaurant.

Meistens ist dann erst die Chefin Tanja da und noch keine anderen Gäste.
So habe ich meine Ruhe und kann meinen Kaffee und die feinen Backwaren geniessen.
Manchmal muss es auch was Anderes sein und da sich Andrea und seine Crew alle Mühe geben, gibt es hier sogar luftgetrockneten Schinken, sogar Salami, oder auch Mozzarella Käse.
Solche Gnüsse müssen einfach hin und wieder sein und ich bin happy, dass es initiative Wirtsleute gibt, die diese Genüsse möglich machen.
Zu meinen Anfangszeiten war das undenkbar.

gallery/cold cut

Bis solche Leckereien endlich Mal regulär, in einem der Supermärkte zu kaufen sein werden, wird noch viel Wasser ins Meer fliessen. Es sind meistens Initiativen einzelner Sri Lankans, die früher im Ausland gearbeitet haben und die nun langsam wieder zurück kommen. ( Siehe Gelato Divino, ganz oben )

Nun noch was ganz Allgemeines, das vielleicht eher für die Touristinnen und Touristen gedacht ist.

Sri Lanka kommt erst jetzt so langsam in die Gänge, was vielleicht auch was mit der Politik des Landes zu tun hat.
Hier in Sri Lanka, gibt es nichts umsonst, im Grunde genommen ist nicht Mal das Lächeln der Einheimischen gratis.

Der Egoismus der Menschen hier ist sprichwörtlich, jeder schaut zuerst für sich, denn jedem ist sein Hemd am Nächsten.
Gelächelt wird in Erwartung, dass man wieder einen Dummen gefunden hat, an dem man was verdienen kann.

Ich weiss natürlich, dass ich mir mit solchen Worten, bei Touristinnen und Touristen gar keine Freunde mache, was mir inzwischen aber Wurst, oder egal ist.

Dass die Einheimischen irgend einen Weg suchen, um über die Runden zu kommen, oder gar was extra zu verdienen, ist für mich sogar verständlich, denn richtige Ausbildungen, gibt es eher für die Middle and Upper Class, denn hier gibt es nichts umsonst, zumindest nichts, womit man was Schlaues anfangen könnte.

Drum stösst es mir sauer auf, wenn es dann solche Touris gibt, die meinen, hier unter dem Deckmäntelchen der Humanität, mit falschen Versprechungen, Einheimische über den Tisch ziehen zu müssen.

Natürlich kann man sagen, dass es überall falsche Fufziger gibt. Nur wenn es Leute gibt, die in armen 3-Weltländern, Leute ausnützen müssen, ist das mehr wie mies!

Jetzt ist auch klar, weshalb ich schon wieder zu Hause, an der Schreibmaschine sitze und an meinem Blog schreibe. Die Touristen sind aufgewacht und sind nun auch an der Beach eingefahren und immer wenn es mir dann zu voll wird, bezahle und gehe ich, ab in meine geschützte Werkstatt.

 

Ja ja ... ich weiss, es sind nicht alle so. Gott sei Dank !

Allerdings wurde auch ich, erst durch Schaden klug !